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Juste //bookwyrm

herbstjuste@bookrastinating.com

Joined 12 months ago

sie/ihr | Liest u.a. SciFi, Fantasy & Dystopisches, aber auch mit Vorliebe Sachbücher zu Themen wie Feminismus & Digitalisierung. Nur eben viel zu selten. |

Leseziel: mehr Frauen lesen.

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Juste //bookwyrm's books

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Katharina Zweig: Ein Algorithmus hat kein Taktgefühl 5 stars

Was sind eigentlich Algorithmen, was Big Data oder künstliche Intelligenz - und müssen wir uns …

Algorithmenbasics für alle

5 stars

Algorithmen begleiten und beeinflussen unser tägliches Leben, der Begriff wird oft bemüht und benutzt. Künstliche Intelligenz ist gerade aktuell mal wieder ein großes Thema. Als Einstieg um zu wissen, worüber man da eigentlich spricht und was den Alltag vereinfacht und unterstützt oder eben auch verfälscht und manipuliert, dafür ist das Buch sehr zu empfehlen.

Im Buch von Katharina Zweig geht es um Algorithmen, Künstliche Intelligenz und die Probleme die damit verbunden sind. Es ist eindeutig ein Sachbuch und daher voller Fakten. Der locker plaudernde Erzählstil der Autorin in den sie die Fakten packt, macht das Lesen trotzdem entspannend und angenehm. Das Buch ist in drei logisch aufeinander aufbauende Teile gegliedert: In Teil eins werden verschiedene Werkzeuge erklärt, mit denen KI bzw. Algorithmen von jeder und jedem auch ohne spezielle Informatikkenntnisse hinterfragt werden können. Teil zwei vermittelt Basiswissen zu Algorithmen, maschinellem Lernen, Big Data, Data Mining und Computerintelligenz. Teil drei setzt …

Andrzej Sapkowski: Der letzte Wunsch (Paperback, German language, 2020, DTV, Dtv) 4 stars

Der Hexer Geralt von Riva verdient sein Geld mit Kämpfen gegen Ungeheuer aller Art. Über …

»Die Leute«– Geralt wandte den Kopf ab– »denken sich gern Ungeheuer und Ungeheuerlichkeiten aus. Sie selbst kommen sich dann weniger ungeheuerlich vor. Wenn sie sich vollaufen lassen, betrügen, stehlen, die Frau mit dem Riemen prügeln, die alte Großmutter hungern lassen, mit der Mistgabel einen in die Falle geratenen Fuchs erstechen oder das letzte Einhorn der Welt mit Pfeilen spicken, stellen sie sich gern vor, dass die Mora, die im Morgengrauen durch die Hütten geht, noch schlimmer ist als sie. Davon wird ihnen etwas leichter ums Herz. Und es lebt sich einfacher.«

Der letzte Wunsch by  (Page 232)

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Teresa Bücker: Alle_Zeit (Hardcover, German language, Ullstein) 5 stars

Soziale Gerechtigkeit bedeutet gerechte Verteilung von Zeit.

Zeit ist die zentrale Ressource unserer Gesellschaft. Doch …

Fundamental wichtiges Thema und Buch!

5 stars

Unsere Zeitkultur muss sich ändern und dafür müssen wir einen ganz neuen Blick auf Zeit gewinnen bzw. ihre gesellschaftliche und politische Bedeutung überhaupt erst erkennen.

Warum und wie dieser Blick und eine neue Zeitkultur aussehen könnten, zeigt uns Teresa Bücker aus einer intersektionalen feministischen Perspektive klug, fundiert und absolut überzeugend sowie logisch nachvollziehbar in diesem Buch.

Kürzere Erwerbsarbeitszeiten sind dabei ein wichtiger Aspekt, um den es geht, doch die Überlegungen gehen weit darüber hinaus und decken noch viele weitere wichtige Aspekte und Zusammenhänge ab.

Eine sozial gerechte Gesellschaft für wirklich alle Menschen erreichen wir nur, wenn wir dabei auch die Verteilung von Zeit mitdenken und radikal an der derzeit herrschenden patriarchalen und kapitalistischen Zeitkultur rütteln.

Ich kann euch allen dieses Buch absolut empfehlen, aber vor allem für Personen, die sich für soziale Gerechtigkeit einsetzen (möchten) ist Alle_Zeit meines Erachtens eine absolute Pflichtlektüre.

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Dmitry Glukhovsky: Metro 2033 (Paperback, German language, 2012, Heyne) 4 stars

Es ist das Jahr 2033. Nach einem verheerenden Krieg liegen weite Teile der Welt in …

Eigentlich schon vor ein paar Tagen begonnen, zu lesen. Hatte auch schon ein paar mal das Videospiel angefangen, das auf dem Buch basiert.

Ich finde dieses Setting einer postapokalyptischen Zivilisation, die sich in der Enge und Dunkelheit der Metro aufgebaut hat, und die gesellschaftlichen Strukturen, Vernetzungen und Fraktionen, die sich basierend auf den Stationen und Linien der Metro gebildet haben, einfach faszinierend. Dazu die Horror-Story über eine unbekannte und nicht-menschliche Bedrohung die aus den stockdunklen Tunneln der Metro kommt. Und all das in dieser beklemmenden und düsteren Atmosphäre dieser unterirdischen Welt.

Diese Ideen und erst Recht deren Kombination finde ich schon unheimlich und fesselnd und bisher ist alles auch noch richtig packend erzählt. Bin schon gespannt darauf, wie es weiter geht.

Zudem habe ich heute erfahren, dass der Autor Dmitri Gluchowski kurz, bevor ich zu lesen begann, in Abwesenheit zu acht Jahren Straflager verurteilt worden ist, weil er den …

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stopped reading Die Reise zum Mars. by Eric Idle

Eric Idle: Die Reise zum Mars. (Paperback, German language, 2000, Ullstein TB-Vlg) No rating

Eine Doktorarbeit über den Sinn und Zweck von Komik zu schreiben, ist an sich schon …

Das passiert nicht oft, aber nachdem ich dieses Buch nun schon wochenlang nicht mehr angerührt habe, werde ich es nun offiziell als "nicht zu Ende gelesen" zur Seite legen.

Warum?

Ich beginne mal harmlos: die Story ist mäßig. Ich finde zwar die Idee eines Androiden, der dem menschlichen Humor auf die Spur kommen möchte und darüber eine Doktorarbeit schreibt, charmant und nett, aber naja, so richtig spannend erzählt fand ich es jetzt auch nicht. Das allein hätte mich nun aber nicht direkt dazu bewogen, mit dem Buch aufzuhören, denn da hätte ich mich durchaus bis zum Ende durchbeißen können.

Es ist eher der "Humor" des Autors. Dieser ist, in meinen Augen, wenn ich es freundlich ausdrücken wollen würde, als plump, altbacken und simpel zu bezeichnen. Oder als Altherrenhumor. Wirklich, als würde er aus einer weit entfernten Zeit stammen.

Ich will es aber nicht freundlich ausdrücken, sondern das Ding beim Namen …

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Mareike Fallwickl: Das Licht ist hier viel heller (Hardcover, 2019, Frankfurter Verlags-Anst.) 5 stars

Maximilian Wenger und seine Tochter Zoey haben nicht viel gemeinsam. Er liebt den Ruhm, den …

"Ich bin zurückgegangen in die Wohnung. Ich habe nicht gegessen und nicht geduscht. Wasser habe ich mir in den Mund geschöpft, weil mein Körper danach verlangt hat. Weil er überleben will, auch wenn er angeschossen ist. Niemand hat mir beigebracht, was ich zu tun habe, wenn ich gejagt und erlegt wurde. Niemand hat so weit gedacht, und niemand spricht darüber. Jetzt hinke ich durch den Wald, verschreckter noch als zuvor. Ich bin markiert, und die Männer können es riechen. Die hat schon mal einer erwischt, denken sie. In ihr wurden die Eingeweide gedreht, bis das Blut kam und die Kotze. Vielleicht wenden sie sich dann ab, mit einem wissenden Nicken. Vielleicht aber, und davor fürchte ich mich, legen auch sie auf mich an. [...] Ich frage mich, führt eine Machtposition automatisch dazu, dass man diese Macht ausnutzt? Gelangt man in eine Machtposition und beginnt, Menschen zu unterdrücken, zu lenken, zu entwürdigen? Oder gelangt man in eine Machtposition, weil man das alles tut? Was ist die Bedingung wofür und womit fängt es an? Ich frage mich, sind die Männer tatsächlich die Mächtigeren, weil sie körperlich überlegen sind? Weil eine Millisekunde genügt, eine Bewegung, ein Aufrichten von ihm über sie? Wird er sie für alle Zeit und immer wieder bedrohen, manipulieren, zwingen, einfach, weil er es kann? Das ist eine Machtposition, die nichts mit Geld, Politik oder Beziehungsgeflechten zu tun hat."

Das Licht ist hier viel heller by  (Page 170)

Almut Schnerring, Sascha Verlan: Die Rosa-Hellblau-Falle (Hardcover, 2014, Kunstmann Antje GmbH) No rating

Doch wenn die Wahrnehmungen, die Gedanken und Wünsche eines Menschen nicht miteinander vereinbar sind, spricht man von ›kognitiver Dissonanz‹, eine Art Störgefühl. Wenn ein kleiner Junge, der gerne mit seiner Puppe spielt, immer wieder zu hören bekommt, dass das doch eigentlich keine Beschäftigung sei für ihn, oder um beim Nicki- Kleid zu bleiben: »Oh, sieh an, der Kay, hast du heute das Kleid deiner Schwester ausgeliehen?«, dann merken Kinder, dass etwas nicht stimmt. Und da es schwierig ist, mit diesem Gefühl auf Dauer klarzukommen, liegt es näher, umzuschwenken und sich so zu verhalten, dass es zum gesellschaftlich akzeptierten Konzept passt. Das gilt nicht nur für Haarspängchen, Kleidung und Spielsachen, sondern genauso für Werturteile, Vorlieben und Interessen. Um mit sich und ihrer Umwelt im Einklang zu sein, verhalten sich Kinder am liebsten so, wie es ihrer Geschlechterrolle entspricht, sind laut oder leise, ruhig oder wild, lesen oder toben, tragen Rosa oder Camouflage. Sie streben nach ›kognitiver Konsistenz‹, sie wollen den Vorstellungen der Erwachsenen entsprechen, dazugehören, auf jeden Fall nicht ständig auffallen und schon gar nichts falsch machen.

Die Rosa-Hellblau-Falle by , (Page 89)

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Mareike Fallwickl: Das Licht ist hier viel heller (Hardcover, 2019, Frankfurter Verlags-Anst.) 5 stars

Maximilian Wenger und seine Tochter Zoey haben nicht viel gemeinsam. Er liebt den Ruhm, den …

Vielschichtig

5 stars

Wo soll ich anfangen... Ich finde das Buch sehr vielschichtig. Es geht um Oberflächlichkeit. Und was wirklich wichtig ist. Um Übergriffe und Grenzen. Um Ungerechtigkeit und Machtlosigkeit. Zusammenhalt und Liebe.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Schwierig zu beschreiben, was mir alles durch den Kopf geht.

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Pia Lamberty, Katharina Nocun: True Facts (Hardcover, Deutsch language, 2021, Quadriga, Bastei Lübbe) 4 stars

Im Alltag passiert es erstaunlich oft, dass wir mit Verschwörungserzählungen konfrontiert werden. Ob mit einem …

Zu spät gelesen

4 stars

Das Buch ist ja vor ziemlich genau 2 Jahren während der Covid-19 Pandemie entstanden und hat demnach auch einen starken Bezug dazu. Die meisten Dinge habe ich in der Zwischenzeit auch anderweitig aufgeschnappt. Auf jeden Fall liest sich das Buch sehr flüssig und komplett ohne Längen.

Zunächst gibt es natürlich etwas Background zu Verschwörungsglauben, bevor es dann konkreter darum geht, was man tun kann. Eine Warnung vorab: ein Patentrezept gibt es nicht, die Fälle sind halt sehr individuell. Was dann auch zu der Einschätzung führt, dass es wahrscheinlich nur im persönlichen Umfeld lohnt, sich auf Diskussionen einzulassen, weil man da aufgrund der direkten Beziehung evtl. überhaupt noch einen Draht hat/entwickeln kann. Die Empfehlung für Online lautet eher, allzu krassen Aussagen zu widersprechen und sich eher an die mitlesende Mehrheit zu wenden, um jemand vor dem Abdriften zu bewahren. Wer schon tief genug drin steckt, lässt sich online (oder spontan an …

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Maja Göpel, Eva von Redecker: Schöpfen und Erschöpfen (Paperback, German language, 2022, Matthes & Seitz Berlin) 5 stars

Der Dialog zweier aufregender Denkerinnen unserer Zeit zelebriert das Zuhören und das Nachfragen, die Vergemeinschaft­ung …

Spannende Diskussion über ein Ende des ewigen Wirtschaftswachstums und Alternativen

5 stars

Maja Göpel, Eva von Redecker und die beiden Moderator*innen Margarita Tsomou und Maximilian Haas diskutieren über die Notwendigkeit des Endes des ewigen Wirtschaftswachstums und zeigen dabei anschauliche Alternativen und dessen Vorteile auf, die sogar noch weit über Klima- und Naturschutz hinausgehen. Ihr Austausch gibt wichtige Impulse und Denkanstöße und sie formulieren ihre Gedanken dabei sehr fundiert, auf den Punkt gebracht und nachvollziehbar.

So würde ein Abwenden vom Wachstumsgedanken nicht nur dazu führen, dass wir endlich aufhören würden, immer mehr Ressourcen zu benötigen und dadurch die Natur in immer größerem Ausmaß schneller auszubeuten, als sie sich regenerieren kann. Es würde auch dazu führen, dass wir Arbeit ganz anders denken und organisieren könnten. Denn es wäre nicht mehr nötig wäre, immer mehr Arbeitszeit und -kraft in immer mehr Verwertung und Produktion zu stecken, wodurch Kapazitäten für regenerative, solidarische, soziale, kulturelle und Care-Arbeit frei würden. Und auch ganz generell würde das nötige Arbeitspensum …

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Maren Urner: Schluss mit dem täglichen Weltuntergang (Paperback, 2019, Droemer HC) 5 stars

Neurowissenschaft und Konstruktiver Journalismus

5 stars

Ein wesentlicher Teil des Buches ist das Thema "Konstruktiver Journalismus" - anhand der Webseite Perspective Daily, die die Autorin mitgegründet hat. Das war auch mein initialer Anknüpfungspunkt an dieses Buch, weil ich damals schon beim Crowdfunding von PD dabei war und heute noch Mitglied bin.

Eingebettet ist das Ganze in eine Vielzahl neurowissenschaftlicher und psychologischer Erkenntnisse. Stichworte: Confirmation Bias, zu negatives Weltbild (wie im Buch an dieser Stelle ein Hinweis auf die Gapminder Stiftung!), schlechte Selbsteinschätzung (hallo Dunning-Kruger Effekt), die Schwierigkeit, Gewohnheiten zu ändern, erlernte Hilflosigkeit etc. pp.

Mir hat das Buch sehr gefallen. Vielleicht hab ich mir hier und da noch etwas mehr Tiefgang, ausführlichere Erklärungen oder noch konkretere "Anleitungen" gewünscht, aber vielleicht wäre das Buch dadurch auch zu lang geworden? So lies es sich jedenfalls sehr gut verschlingen. Und so im Nachhinein denke ich, es ist sinnvoll, es vor dem Zweitwerk "Raus aus der ewigen Dauerkrise" zu lesen.