liliacea quoted Die Rosenuhr by Alma Rogge
Wer versteht die Sprache des Windes, wenn er raunt in den Erlenbüschen am Ufer, aufseufzt in den schlanken Halmen des Schilfs, träumerisch murmelt in den alten Weiden? Die große Orgel spielt er zwischen Himmel und Erde, jubelt seine hohen Melodien, tönt in vollschwingenden Akkorden, dunkel klagt er in stürmischen Nächten. Er kommt aus der Ferne, aus der auch unsere Träume kommen, er geht in die Ferne, in der sie verwehn. Er rührt uns auf, wie er das Meer aufwühlt, er bedrängt unser Denken, wie er die Bäume bedrängt. In uns rauscht sein Rauschen, seufzt sein Seufzen, in seinem Sausen zieht unsere Sehnsucht hin. Unser Herz singt im Wind.
— Die Rosenuhr by Alma Rogge (Page 65)
