Piiieps & Brummm reviewed Das Foucaultsche Pendel by Umberto Eco
Anstrengend und verwirrend
1 star
Content warning Plot
Ich bin von diesem Buch enttäuscht. Vielleicht bin ich einfach zu ungebildt, aber diese Satire auf die verschiedensten Verschwörungsmythen hat mich nicht erfreut. Die anfängliche Präsentation dieser als Quasi-Fakten hat mir nahezu körperliche Schmerzen bereitet. Vielleicht bin ich einfach nur zu ungebildet. Ich habe mich jedoch mit der Hoffnung auf Besserung hindurch gequält.
Die ersten 100 Seiten wird man mit Kabbalah-Begriffen nur so zugeschissen und eigentlich bräuchte man ein Fachlexikon parallel zum Lesen. Da hilft auch das mickrige Glossar am Ende des Buches nicht wirklich weiter. Irgendwann tauchen auch Mythen auf, die mir als Hörer von @HOAXILLA@mastodon.social schon bekannt waren, was das Verständniss erleichterte, aber die Darstellung nicht besser machte.
Keine der Figuren konnte ich wirklich greifen oder gar mich für sie erwärmen. Der Exkurs nach Brasilien fand ich für die Handlung im Wesentlichen irrelevant, auch wenn ein Kontrahent erstmalig gesehen wird.
Irgendwann kristallisiert sich ab etwa der Hälfte des Buches heraus, dass die drei Hauptcharektere die vorhandenen Verschwörungsmythen zu einen Super-Mythos für ihtn Verlag zusammenbauen. Jeder, der auch nur ein wenig rational in dem Thema unterwegs ist, weiß, dass das eine schlechte Idee ist. ein paar Dutzend Seiten später lässt das Eco auch die Nebenfigur Lia wunderbar widerlegen. Zunächst einen Mythos als wahr hinzustellen und erst im Nachhinein zu widerlegen funktioniert nicht. Diese Vorgehensweise halte ich auch und insbesondere in der Belletristik für gefährlich.
Die Erzählung der Erlebnisse von Belbo in den letzten Kriegstage am Ende, hätte eine schöne Kurzgeschichte oder Novelle ergeben. Dafür braucht es den Schwurbelüberbau dieses Romans nicht.
Ich bin absolut enttäuscht von diesem Werk.